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Warum sagt man „alter Schwede“?

Alter Schwede – etwa noch nicht von der Redewendung gehört? Kaum vorstellbar, denn diesen Spruch lassen viele Menschen häufig von sich ab. Beinahe jeder kennt dieses Sprichwort, ohne über seine Herkunft Bescheid zu wissen. Wir haben uns gefragt, wo der Ausruf seinen Ursprung hat und gehen dem alten Schweden bis in die einstige Soldatensprache auf den Grund.

Alter Schwede war tatsächlich einmal ein wörtlich gemeinter Ausdruck

Alter Schwede als Redewendung

Der Ausdruck „alter Schwede“ lässt sich zweifelsohne in das Konsortium der Umgangssprache einordnen, wobei wir hier weder von einer vulgären Äußerung, noch von einer ortsbezogenen Äußerung wie „auf Schalke“ sprechen. Ursprünglich stammt die bekannte Redewendung aus dem Niederdeutschen bzw. Plattdeutschen. Sie wird vor allem dann verwendet, wenn wir unser Erstaunen ausdrücken. Schnell fallen so Sätze wie „Alter Schwede ist das genial!“ oder „Alter Schwede – ist nicht wahr?“.

Bezieht man sich mit der Redensart auf das Tun einer Person, so kann dies einerseits ebenfalls eine Form des Erstaunens widerspiegeln, andererseits aber auch nicht ernstgemeinte Empörung ausdrücken. Vergleichbar in diesem Zusammenhang wären etwa Äußerungen wie „Mein lieber Scholli, das hast Du aber gerade so hinbekommen.“ oder „Donnerlittchen“. Diese Begriffe drücken eine ähnlich starke Überraschung aus.

Ferner wird die Redewendung als direkte Ansprache unter Freunden und Personen, die sich gut kennen verwendet. Dabei fällt die Wortgruppe alter Schwede in einen synonymen Kontext zu Kumpel oder Kamerad.

Herkunft vom Sprichwort

Anders als bei vielen Redensarten lässt sich die Herkunft zur Äußerung alter Schwede heute noch recht gut nachvollziehen. So besagt die Überlieferung, dass der Ursprung des Ausdrucks auf den Dreißigjährigen Krieg zurückgeht. Der Dreißigjährige Krieg bescherte den Protestanten viele Einbußen, woraufhin der schwedische König Gustav II. Adolf eingriff und ein Heer aufstellen ließ, dass ihnen helfen sollte. Durch sein Zutun sicherte er damit mehr oder weniger direkt die Existenz des deutschen Protestantismus.

Nach Kriegsende stellte die preußische Armee unter Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg die erfahrenen schwedischen Soldaten aus dem Krieg als Ausbilder an. Die „alten Schweden“ waren vor allem für ihren geschickten Umgang mit Waffen und stiegen schnell zu Korporalen in der Armee auf. Die Soldaten brachten den Ausbildern dementsprechend ein hohes Maß an Respekt entgegen. Mit der Zeit entwickelte sich in der Soldatensprache der beflügelte Begriff alter Schwede für die schwedischen Unteroffiziere im Heer.

Heutige Verbreitung der Redensart

Auch heutzutage ist die Redensart des alten Schweden noch weit verbreitet. Dabei erstreckt sich die Verbreitung weit über den niederdeutschen Raum hinaus und hat kaum noch etwas mit der Bedeutung ihrer Herkunft gemein. Übrigens trägt auch das älteste Bürgerhaus der Stadt Wismar den Namen „alter Schwede“, dessen Namen es ebenfalls den Geschehnissen des Dreißigjährigen Krieges zu verdanken hat. Ferner noch wurden einige größere Findlinge in Deutschland unter dem gleichen Namen getauft. Die Gesteinsbrocken stammen ursprünglich aus Schweden und haben wohl weniger mit der Redewendung zu tun. Viel mehr entschied man sich wohl aufgrund der Bedeutung und Popularität der Äußerung zur Namensgebung der Findlinge.

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