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Warum ist Butter so teuer geworden?

Durch staatliche Subventionen für Butter entstand in den 70er und 80er Jahren durch Überproduktionen in der Landwirtschaft der sogenannte Butterberg. Aufgrund der wachsenden Nachfrage wurden die Lagerbestände zunehmend abgebaut. Nach der Einführung der Milchquote im Jahr 1984 kam es auch zu einer Überproduktion von Milch. Nach dem starken Einbruch der Milch- und Butterpreise in den letzten drei Jahren wurde im Gegensatz zur Milch die Butter immer teuerer. Warum also ist derzeit die Milch so günstig und die Butter teuer?

Die Gründe warum Butter teuer ist

Die Menge die Gleiche, doch der Preis in der Höhe: Warum ist die Butter teuer geworden?

Rückgang der Butterproduktion bei wachsendem Angebot

Im Jahr 2015 wurde durch die EU die feste Quote für Milchprodukte aufgehoben. Aufgrund des Anstiegs der Produktion in einigen Ländern sanken daraufhin die Preise. Gleichzeitig wurde die Nachfrage nach Milch geringer. Die Preise für Milch und Butter erreichten rekordverdächtige Tiefstände und führten zu erheblichen Protesten in der Landwirtschaft. 500 Gramm Butter kosteten im Jahr 2016 nur noch 70 Cent. In der Folge stellten zahlreiche Bauern die Produktion auf Bio-Produkte um oder sogar ganz ein. Damit wurde die Butterproduktion erstmalig gedrosselt.

Hinzu kam, dass die Kühe durch Einsparungen bei Futtermitteln einen geringeren Anteil an Milchfett produzierten. Dadurch verringerte sich ebenfalls die Quantität der Butterherstellung. Erschwerend kamen dem ungünstige Witterungsbedingungen und schlechte Ernten in zahlreichen Ländern hinzu, was die Verknappung der Futtermittel mit sich führte. Aufgrund der teilweise großen Hitze verringerte sich die Milchproduktion zeitweise drastisch. Als weltweit größter Exporteur lieferte Neuseeland wegen der schlechten Klimabedingungen nun deutlich weniger Milch aus. Das machte die Butter teuer.

Während dieser Entwicklung ist die Nachfrage nach Butter jedoch gestiegen. Frühere Einschätzungen, dass Butter einen schädlichen Cholesterinspiegel erzeuge, wurden widerlegt. Zum Kochen, Schmoren und Backen mit Mehl wurde demnach wieder mehr Butter verwendet. In vielen Haushalten zählt die Butter fest zum Inventar der Grundlebensmittel. Das ist kaum verwunderlich, immerhin spricht sie aufgrund ihres Fettgehalts unsere Geschmacksnerven besonders an.

Die Butter-Lagerbestände sind mittlerweile durch die höhere Nachfrage bei gleichzeitigem Rückgang der Produktion gesunken. Dadurch wurde in kurzer Zeit die Butter teuer. Hier finden wir das klassische Prinzip von Angebot und Nachfrage wieder, das uns in der freien Marktwirtschaft immer wieder begegnet.

Internationale Einflüsse und Preisflexibilität bei Butter

Butter wird als deutsche Exportware in großem Umfang nach China verkauft. Dort ist die Nachfrage stark gestiegen. Vom Jahr 2014 bis zum Jahr 2016 hat sich der chinesische Import deutscher Milchprodukte nahezu verdoppelt. Die höhere Nachfrage hatte preisliche Auswirkungen und führte zu mehrfachen Preiserhöhungen in relativ kurzen Zeitabständen.

Im Gegensatz zur Milch ist diese Praxis bei der Butter möglich. Lieferverträge für Trinkmilch, Naturjoghurt oder Käse unterliegen Preisbindungen von sechs Monaten bis zu einem Jahr. Die flexiblere Preisgestaltung bei Butter lässt Preisveränderungen bereits nach einem bis zu drei Monaten zu. Notwendige Produktionssteigerungen als Reaktion auf die erheblich angestiegene Nachfrage nehmen Zeit in Anspruch und verlangen Planungsänderungen.

Übrigens: die Redewendung „alles in Butter“ hat rein nichts mit dem Preis der Butter zu tun, sondern geht vielmehr auf eine mittelalterliche Handhabe zurück. Welche das ist, verraten wir im zugehörigen Artikel.

Kurz und knapp zusammengefasst

Nach vielen Jahren der Überproduktion, hoher Lagerbestände und zurückhaltender Nachfrage ist derzeit die Butter teuer. Mehrere Ursachen sind dafür verantwortlich, dass die Butterpreise in letzter Zeit immer häufiger angehoben wurden. Die Preisflexibilität bei Butter ermöglicht sogar mehrere Preiserhöhungen in einem Jahr.

Ein weiterer Grund für die Preissprünge nach oben ist die deutlich gestiegene Nachfrage. Dafür sorgen in erster Linie chinesische Importe. Ebenfalls hat sich zugunsten der Nachfrage die deutsche und europäische Verbrauchermeinung zum gesundheitlichen Wert der Butter positiv verändert.

Die ehemaligen Butterniedrigpreise haben außerdem vor einigen Jahren dazu geführt, dass zahlreiche Landwirte ihre Produktion eingestellt haben. Aufgrund der erforderlichen Logistik für eine erhebliche Steigerung der Butterproduktion ist ein spürbarer Preisrückgang in der nächsten Zeit nicht zu erwarten. Eher wird es in naher Zukunft dabei bleiben, dass die Butter teuer ist.

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