Warum sagt man „alles in Butter“?

Alles in Butter bei Dir? Diese Frage hat sicherlich der ein oder andere von uns schon einmal gestellt bekommen. Und für gewöhnlich wissen wir auch alle, was damit gemeint ist. Doch woher kommt diese Redewendung überhaupt?


Alles in Butter? Die Redewendung war früher wortwörtlich gemeint.

Bedeutung von alles in Butter

Wenn wir fragen, ob alles in Butter ist, so möchten wir gerne in Erfahrung bringen, ob bei unserem Gegenüber alles in Ordnung ist. Neumodischer könnte man die gleiche Frage auch wie folgt ausdrücken: „Ist alles okay?“ oder „Alles cool bei dir?“. Über die Bedeutung wissen die meisten von uns Bescheid – wird uns doch allen irgendwann einmal erklärt worden sein, dass die skurrile Redensart denn tatsächlich aussagt. Anders als bei der Redewendung „Mahlzeit“ ist der tatsächliche Ursprung dieser umgangssprachlichen Frage aber kaum ohne Weiteres zu erahnen. Reisen wir also zurück in die Vergangenheit und erkunden die Wortherkunft.

Wortherkunft der Redewendung

Die Redensart „alles in Butter“ stammt wie viele umgangssprachliche Ausdrücke aus dem Mittelalter. Hier wurden Waren des alltäglichen Bedarfs regelmäßig mit der Kutsche transportiert. Auch hochwertige Güter wie Gläser aus fernen Ländern mussten so von einem Ort an den anderen transportiert werden. Doch die Wege für die Kutschen waren holprig und miserabel beschaffen, sodass viele wertvolle Gegenstände zu Bruch gingen. Für Händler bedeutete dies unabsehbar Verluste und erschwerte Marktbedingungen. So suchten die Menschen daraufhin nach einer Lösung, die einen bruchsicheren Transport ermöglichte und fanden diese letztendlich in der Verwendung von Butter als „Konservierungsstoff“.

Butter als Polster für Waren

Man brachte das Milcherzeugnis beim Erhitzen unter einer Flamme zum Schmelzen und überkippte die zu transportierenden Güter daraufhin mit der flüssigen Butter. Beim Abkühlen verfestigte sich die Butter wieder und wurde so gewissermaßen zu einem Polster für das, was sie umhüllte. Heute ist dies undenkbar, da die Butter so teuer geworden ist. Doch früher war es völlig normal. Denn damals gab es noch keine Luftpolsterfolie oder schützendes Styropor. Kam ein Reisender am Ziel an, konnte er nun also sagen, es sei alles in Butter, was in diesem Kontext sogar wortwörtlich gemeint war. Die wertvollen Gläser blieben unversehrt und so war mit der Einführung der Butterummantelung im wahrsten Sinne alles in Ordnung.

Über den Autor
Karl Wintermann

Karl berichtet als Redakteur bei warum-wieso.de über die verschiedensten Phänomene des Alltags. Neben dem Schreiben liebt er Kaffee und Schokolade.