Warum ist Blut rot?

Blut ist rot – das wissen wir alle. Wer sich schon einmal in den Finger geschnitten und diesen reflexartig in den Mund gesteckt hat, weiß auch, dass Blut nach Eisen schmeckt. Doch die wenigsten wissen, dass das Eisen etwas mit der roten Farbe des Blutes zu tun hat. Wie das beides miteinander zu tun hat und was genau das Blut rot macht, wollen wir in diesem Artikel herausfinden.


Warum Blut rot ist erklärt
In etwa so könnte es in unserer Blutbahn aussehen, in der viele Blutkörperchen das Blut rot machen.

Ohne Blut kein Leben!

Im Körper eines Erwachsenen fließen zwischen 4,5 und 6 Liter Blut. Bei Kindern sind es rund drei Liter. Die rote Flüssigkeit zirkuliert fast 1.440 Mal pro Tag durch den menschlichen Körper beziehungsweise durch die vielen Blutgefäße.

Dabei transportiert es Hormone, Nährstoffe und Sauerstoff, aber auch Botenstoffe, die der Weiterleitung wichtiger Informationen dienen. So sorgen die Botenstoffe beispielsweise dafür, dass wir Hunger bekommen, wenn unser Blutzuckerspiegel zu niedrig ist.

Auch sorgt das Blut dafür, dass die Wärme in unserem Körper gleichmäßig verteilt wird. Wenn uns kalt ist verringert unser Körper hingegen die Hautdurchblutung, damit die Blutversorgung der wichtigen inneren Organe weiterhin sichergestellt ist.

Die Blutbestandteile

Blut besteht aus zwei Hauptbestandteilen: den zellulären festen Bestandteilen und der Blutflüssigkeit, auch Blutplasma genannt.

Letzteres macht rund 55 Prozent des Blutes aus. Bei den zellulären festen Bestandteilen, die rund 45 Prozent ausmachen, handelt es sich um rote Blutkörperchen (Erythrozyten), um weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und um Blutplättchen (Thrombozyten).

Die Leukozyten und die Thrombozyten sind nur unter dem Mikroskop sichtbar. Das Blutplasma ist hingegen eine zu 90 Prozent aus Wasser bestehende, klare, gelbliche Flüssigkeit.

So bleiben nur noch die Erythrozyten. Sie sind es, die dem Blut seine rote Farbe verleihen.

Lese-Tipp: Wusstest du, das jeder Mensch Farben ganz unterschiedlich wahrnimmt? Wir haben uns bereits ausführlicher mit dem Wunder der Farbwahrnehmung beschäftigt. Werf‘ einen Blick in unseren spannenden Artikel: Warum sehen wir Farben?

Hämoglobin macht das Blut rot

Jetzt ist auch klar, warum die Erythrozyten auch rote Blutkörperchen genannt werden. Ihre Farbe erhalten sie durch den roten Farbstoff Hämoglobin, den sie enthalten.

Hämoglobin ist für die Bindung von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid verantwortlich. Das Blutplasma ist aufgrund seines hohen Wasseranteils nicht zur Beförderung der beiden Stoffe geeignet, da Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid nur schwer in Wasser löslich sind. Daher dient das Hämoglobin als ihr „Träger“.

Fließt das Blut nun durch die kleinen Blutgefäße der Lunge (Kapillaren), wird der Sauerstoff, den wir mit jedem Atemzug einatmen, an das Hämoglobin gebunden. Dieses transportiert den Sauerstoff dann zu den Zellen und gibt ihn dort ab.

Das Kohlenstoffdioxid wiederum wird vom Hämoglobin teilweise aufgenommen und zur Lunge zurücktransportiert, damit wir es anschließend ausatmen können.

Die Rolle des Eisens

Das Hämoglobin enthält Eisen. Letztendlich ist es dieser Stoff, der die Bindung des Sauerstoffs herbeiführt. Eisen dient zugleich aber auch dem Neubau von Hämoglobin. Denn die Erythrozyten haben lediglich eine Lebensdauer von 100 bis 140 Tagen.

Folglich werden andauernd ältere Erythrozyten abgebaut und neue gebildet. Insgesamt sind es pro Monat ganze 1,2 Liter, die der menschliche Körper neu bildet.

Damit das möglich ist, muss ausreichend Eisen im Körper vorhanden sein. Zum Glück verfügt der menschliche Körper über eine natürliche Eisenreserve. So kann der Verlust von Eisen relativ schnell ausgeglichen werden.

Kommt es allerdings zu einem größeren Blutverlust, etwa durch eine Blutspende, die Menstruationsblutung oder einen Unfall, kann die Neubildung von Hämoglobin-Eisen gestört werden bzw. nicht mehr „hinterherkommen“. Dann muss dem Körper unter Umständen durch die Nahrung Eisen zugeführt werden, um einen Eisenmangel zu vermeiden.

Zusammenfassung

Die rote Farbe erhält das Blut durch das Hämoglobin. Das ist der rote Blutfarbstoff, der in den Erythrozyten, also den roten Blutkörperchen enthalten ist. Damit Hämoglobin gebildet werden kann, muss dem Körper eine ausreichende Menge am Mineralstoff Eisen zur Verfügung stehen.

Tipp: Damit der Körper immer mit den wichtigsten Vitaminen und mit Mineralstoffen wie Eisen versorgt ist, ist eine ausgewogene Ernährung wichtig. Superfoods können dabei eine große Hilfe sein – insbesondere, wenn kein oder nur wenig Fleisch gegessen wird.

Über den Autor

Karl berichtet als Redakteur bei warum-wieso.de über die verschiedensten Phänomene des Alltags. Neben dem Schreiben liebt er Kaffee und Schokolade.