Warum gibt es am Äquator keine Jahreszeiten?

Während wir uns hierzulande weitestgehend auf sie verlassen können, gibt es hingegen am Äquator keine Jahreszeiten. Tatsächlich aber wird durch die Niederschläge am Äquator eine ganz eigene Art von Jahreszeiten geschaffen. Das Wetter am Äquator und in den umliegenden tropischen Gebieten wird nämlich von einem dauerhaften Wechsel zwischen Regen- und Trockenzeiten bestimmt. Auf Frühling, Sommer, Herbst und Winter wartet man an diesem Ort der Erde jedoch vergeblich.


Der Äquator ohne Jahreszeiten
Tropische Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit – am Äquator gibt es keine normalen Jahreszeiten…

Der längste Breitengrad auf der Erdkugel

Die Erdkugel wurde von den Menschen schon vor langer Zeit in Breiten- und Längengrade unterteilt. Der Äquator ist mit einer Länge von 40.075 Kilometern der längste Breitengrad der Erde. Alle anderen Breitengrade verlaufen parallel zu ihm. Die Längengrade, auch Meridiane genannt, durchschneiden wiederum die Breitengrade. 

Mithilfe des daraus entstehenden Koordinatensystems lässt sich die Lage jedes Ortes auf der Erde exakt bestimmen. Der Äquator verläuft genau zwischen Nord- und Südpol und teilt die Erde damit in Nord- und Südhalbkugel.

Die Tage sind hier immer gleich lang und die Sonne scheint genau 12 Stunden. Eine solch konstante Sonneneinstrahlung ist jenseits des Äquators nicht gegeben, weshalb anderenorts auch das Phänomen der Jahreszeiten existiert.

Lese-Tipp: An anderer Stelle erklären wir ausführlich, warum es Tag und Nacht gibt.

Am Äquator gibt es weder Jahreszeiten, noch Sonnenwende

Bei uns markieren die Sommer- und die Wintersonnenwende das Ab- beziehungsweise Zunehmen der Sonneneinstrahlung. Ab dem 21. Juni werden die Tage kürzer und ab dem 21. Dezember wieder länger.

Zur Wintersonnenwende im Dezember huldigten die Menschen ihre Götter in früheren Zeiten ganz besonders, denn endlich gab es durch zunehmendes Licht wieder Hoffnung auf Leben, Wärme und Gedeihen. 

Das Weihnachtsfest entstand vermutlich auch als Folge der Wintersonnenwende. Der Sommersonnenwende misst man vor allem in nördlichen Ländern Europas eine hohe Bedeutung bei, wo an dem längsten Tag im Jahr die Sonne überhaupt nicht untergeht. Am Äquator hingegen gibt es keine Sonnenwende. Das griechische Wort Tropen bedeutet zwar „Sonnenwende“, jedoch nur, weil es der Bereich zwischen den Wendekreisen ist.

Der „Gleichmacher“ unter den Breitengraden

Wie viele andere Fachbegriffe auch kommt das Wort Äquator aus dem Lateinischen. Übersetzt bedeutet es der „Gleichmacher“. Die Ebene des Äquators steht senkrecht auf der Erdachse. Zu den Erdpolen hat der Äquator einen Winkelabstand von 90 Grad.

Die Jahreszeiten werden vom Einfallswinkel der Sonne bestimmt. Die klimatischen Unterschiede auf der Erde beruhen wiederum auf der Neigung der Erdbahnebene gegen den Äquator. Der längste Breitengrad der Erde markiert den Bereich zwischen den Wendekreisen der Sonne, die hier immer auf gleicher Höhe scheint. So erhält der Äquator von der Sonne im Winter genauso wie im Sommer die gleiche Strahlungssumme.

Diese Tatsache unterscheidet das Gebiet des Äquators maßgeblich vom Rest der Erde. Je weiter ein Ort vom Äquator entfernt ist, umso ausgeprägter sind die dort Jahreszeiten.

Jahreszeiten durch die Neigung der Erdachse

Die Erdachse ist die gedachte Verbindung zwischen Nord- und Südpol. Beim Kreisen der Erde um die Sonne steht die Erdachse nicht senkrecht, sondern sie ist der Sonne gegenüber geneigt. Die Hälfte des Jahres liegt der Nordpol näher an der Sonne und auf der Nordhalbkugel ist es wärmer. In der anderen Hälfte des Jahres ist der Südpol näher an der Sonne und entsprechend wärmer ist es dort. 

Sommer und Winter verlaufen auf der Nord- und Südhalbkugel antizyklisch. Die Erdachsenneigung verursacht nicht nur die Jahreszeiten, sondern sie bestimmt auch darüber, ob die Tage kurz oder lang sind. Die Länge der Tage und die Jahreszeiten bedingen einander, denn je länger die Sonne scheint, um so mehr können sich Luft, Wasser und Erde erwärmen.

Dieser Prozess ist fließend. Das zeigt sich daran, dass bei uns die Sonnenwenden jeweils den Beginn von Sommer und Winter markieren.

Am Äquator ist es das ganze Jahr warm

Am Äquator und in den umliegenden Tropen mit ihren Regenwäldern ist es immer sehr warm, an den Erdpolen hingegen immer kalt. Obwohl die Sonne am Äquator jeden Tag kurz nach 18 Uhr untergeht und etwa um sechs Uhr wieder aufgeht, kann es in den äquatornahen Hochgebirgen trotz der regelrecht konstanten Sonneneinstrahlung sehr kalt werden.

Aufgrund der sogenannten innertropischen Konvergenz ergibt sich in den Tropen und rund um den Äquator das jahreszeitliche Phänomen von Regen- und Trockenzeit, das an den Stand der Sonne und das Aufsteigen von Luftmassen gebunden ist.

Tipp: Falls dich in diesem Zusammenhang interessiert, wie in unserer Zeitrechnung Schaltjahre zustande kommen, haben wir hier einen interessanten Artikel zur Entstehung von Schaltjahren für dich bereitgestellt.

Über den Autor

Karl berichtet als Redakteur bei warum-wieso.de über die verschiedensten Phänomene des Alltags. Neben dem Schreiben liebt er Kaffee und Schokolade.